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Press Release

15. Januar 2020

Eröffnungsbericht

Grüne Woche 2020 im Zeichen der Klimadebatte

Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und umweltfreundliche Produktionsverfahren sind Trendthemen der globalen Leitmesse für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau

Neue Bestmarken: Über 1.800 Aussteller aus 72 Ländern –
Partnerland Kroatien präsentiert die „Kultur der Agrikultur“ –
GFFA erörtert Lösungsansätze zum Leitthema „Nahrung für alle“ – Starkes Engagement der Bundesregierung mit Sonderschauen von vier Bundesministerien

Zum Auftakt des Messejahres 2020 steuert die Internationale Grüne Woche Berlin (IGW) auf Rekordkurs. Mit der bislang höchsten Beteiligung in ihrer 94-jährigen Geschichte präsentieren sich vom 17. bis 26. Januar über 1.800 Aussteller aus 72 Ländern (2019: 1.750 Aussteller / 61 Länder). Wie nie zuvor steht die Grüne Woche mit zahlreichen Ausstellungsbeiträgen und Konferenzen im Zeichen der Klimadebatte. Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und umweltfreundliche Produktionsverfahren sind die Trendthemen der 85. Messeausgabe. Das diesjährige Partnerland Kroatien hat seit Jahresbeginn die EU-Ratspräsidentschaft inne. Das jüngste Mitgliedsland der EU stellt die Spitzenprodukte seiner Land- und Ernährungswirtschaft unter dem Slogan „Die Kultur der Agrikultur“ vor. Besucher dürfen sich in Halle 10.2 auf das gastronomische Angebot aus den Regionen Istrien, Slawonien, Dalmatien und Zentralkroatien freuen. Auf der globalen Leitmesse für  Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau sind erstmals Aussteller aus Benin, Mali, Togo, Uganda sowie der Demokratischen Republik Kongo vertreten. Sie stellen original afrikanische Produkte gemeinsam mit Produzenten aus insgesamt 14 afrikanischen Ländern in Halle 1.2b aus. Russland stellt mit über 5.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche die größte ausländische Beteiligung. Am längsten dabei sind die Niederlande mit der 68. Teilnahme seit 1953. Die Bewegung „Fridays for Future“ ist erstmals auf der Grünen Woche mit einem Info-Stand in der Berlin-Halle 22a vertreten.

Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH: „Nie zuvor stand die Grüne Woche so stark im Zeichen der Klimadebatte und spiegelt mit zahlreichen Ausstellungsbeteiligungen das gesellschaftliche Bedürfnis nach Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und umweltfreundlichen Produktionsverfahren wider. Die diesjährige Messe wird zeigen, welche Lösungsansätze und Antworten die Land- und Ernährungswirtschaft für diese Herausforderungen bereithält. Der Stellenwert der Grünen Woche als Marketing- und Diskussionsplattform für alle Erzeugnisse und Themen der Land- und Ernährungswirtschaft wird mit einer erneuten Rekordbeteiligung unterstrichen. Das Rahmenprogramm mit dem Global Forum for Food and Agriculture macht die Grüne Woche zum international bedeutendsten agrarpolitischen Event. Auch innenpolitisch gewinnt die Messe durch Themen wie die Qualität und Sicherheit von Nahrungsmitteln sowie die Herausforderungen durch den Klimawandel immens an Bedeutung. Dies belegt unter anderem die Beteiligung von vier Bundesministerien mit eigenen Sonderschauen. Für den Fachhandel bietet die Grüne Woche einen globalen Marktüberblick. Sie ist gleichzeitig Trendsetter und Testmarkt mit hunderttausenden Verbrauchern. Dies kommt auch Startups aus der Food- und Agrarszene zugute. Und nicht zuletzt beim Publikum genießt der Markenkern der Grünen Woche – Genuss und Lebensfreude – allerhöchste Priorität.“

Publikumsmagnet und Plattform der Politik

Die traditionsreichste und besucherstärkste Berliner Messe präsentiert eine globale Marktübersicht der Ernährungswirtschaft sowie das größte Angebot an regionalen Spezialitäten auf Messen. Die landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Sonderschauen schaffen eine einzigartige Erlebniswelt für das Publikum. Mit 129.000 Quadratmetern (2019: 125.000 qm) ist die zur Verfügung stehende Hallenfläche auf dem Berlin ExpoCenter City restlos belegt. Die Messe Berlin erwartet im Messeverlauf rund 400.000 Fach- und Privatbesucher.

Höhepunkt bei den mehr als 300 messebegleitenden Fachveranstaltungen ist das 12. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA, 16.-18.1.), das vom Bundeslandwirtschafts-ministerium ausgerichtet wird. Das Leitthema lautet „Nahrung für alle! Handel für eine sichere, vielfältige und nachhaltige Ernährung“. Über 70 Landwirtschaftsminister sowie mehr als 2.000 Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden zu der weltweit bedeutendsten agrarpolitischen Konferenz erwartet. Die Bundesregierung zeigt mit vier Sonderschauen des Landwirtschafts-, Entwicklungs-, Umwelt- und Forschungs-ministeriums auf der Grünen Woche Flagge.

Die Eröffnungsfeier der 85. Grünen Woche findet am 16. Januar um 18 Uhr im CityCube Berlin statt. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eröffnet die Messe. Das Partnerland Kroatien, repräsentiert durch den Ministerpräsidenten Andrej Plenković und Landwirtschaftsministerin Marija Vučković, gestaltet das Rahmenprogramm und richtet den anschließenden Empfang für die rund 3.600 Ehrengäste aus 100 Ländern aus.

Leistungsschau für Landwirtschaft und Ernährungsindustrie

Veranstaltet wird die Internationale Grüne Woche Berlin von der Messe Berlin GmbH. Ideelle Träger sind der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Zur aktuellen Branchensituation und zum wirtschaftlichen Stellenwert ihrer Wirtschaftszweige äußerten sich die Trägerverbände der Grünen Woche auf der heutigen Eröffnungspressekonferenz unter anderem wie folgt:

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV): „Wir Bauernfamilien ernähren unsere Gesellschaft mit großem Engagement. Aber Land zu bewirtschaften wird zunehmend schwieriger. Geplante Verbote, Auflagen und politische Unsicherheiten hemmen dringend notwendige Investitionen – auch zum Schutz des Klimas. Eine der großen Herausforderungen für die kommenden Jahre ist es, den Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Verlangen nach mehr Ökologie und Tierwohl einerseits und andererseits der fehlenden Bereitschaft, im Laden dafür mehr zu bezahlen, aufzulösen. Nahrungsmittel brauchen mehr Wertschätzung. Wir stehen in einem harten, internationalen Wettbewerb. Gute Rahmenbedingungen sind nicht nur wichtig für den Erfolg der Landwirtschaft, sondern auch für ein vielfältiges Angebot aus heimischer Erzeugung unter hohen Standards. Nie zuvor in der Geschichte ist die Landwirtschaft ihrer gesellschaftlichen Aufgabe, der sicheren Versorgung aller mit bezahlbaren und hochwertigen Nahrungsmitteln aus nachhaltiger Produktion, so erfolgreich gerecht geworden wie heute. Darauf sind wir stolz, und daran werden wir weiterarbeiten.“

Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE):

„Die Lebensmittelhersteller können zufrieden auf das vorläufige Jahresergebnis schauen. Trotz eindeutiger Anzeichen eines gesamtwirtschaftlichen Abschwungs erwarten sie für 2019 nach ersten Schätzungen ein leichtes Umsatzplus von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 183,6 Milliarden Euro. Sowohl das Inlandsgeschäft (122,2 Mrd. Euro) als auch das Auslandsgeschäft (61,4 Mrd. Euro) konnten um 1,8 beziehungsweise 3,2 Prozent zulegen. Aber: Nicht nur konjunkturell ist die Branche gut aufgestellt. 2019 hat gezeigt, dass die Ernährungsindustrie mit großen Schritten den notwendigen Weg hin zu mehr Generationenverantwortung geht. So verwundert es nicht, dass der Megatrend des vergangenen Jahres nicht „vegan“, „proteinreich“ oder ein neuer enthusiastischer Geschmack war, sondern die nachhaltige Entwicklung der Lebensmittelproduktion. Die Hersteller präsentierten eine große Bandbreite an Lösungen und Produkten. Diesen Weg werden sie konsequent weitergehen.“

Vier Bundesministerien mit eigenen Sonderschauen

Beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft stehen die Verbraucher und deren Einflussmöglichkeiten in der gesamten Wertschöpfungskette im Fokus. Die Präsentation in Halle 23a deckt dabei ein breites Spektrum von Entscheidungs-möglichkeiten ab: beim Einkauf im Supermarkt, bei der Gestaltung des eigenen Gartens, bei der Verwertung von Lebensmitteln und auch bei der Frage, was auf den Tisch kommt. Direkt zu Beginn des Wissenschaftsjahres 2020 – Bioökonomie, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit „Wissenschaft im Dialog“ initiiert wird, können Interessierte in Halle 27 entdecken, welche Lösungen die Bioökonomie für eine zukunftsfähige Gesellschaft und Wirtschaft bereithält. Mikroorganismen, die Schadstoffe abbauen, Bau- und Dämmstoffe aus Pflanzenfasern oder Kerosinersatz aus Algen – die Bioökonomie vereint eine große Vielfalt biobasierter Innovationen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit lädt mit einem Mitmachkonzept in Halle 1.2b. Wie kann man selbst aktiv werden, wie kann die Landwirtschaft der Zukunft mit dem Umweltschutz Hand in Hand gehen? Im Mittelpunkt stehen Veranstaltungsformate, die sich der Klimaküche für Zuhause, Gegenentwürfen zur Wegwerfgesellschaft, Klimaschutz in der Landwirtschaft sowie dem Boden- und Insektenschutz widmen.

„Gut leben – klimabewusst und fair“ lautet das Motto vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in der Halle 1.2b. Unter anderem stehen die Bedeutung der Tropenwälder für das Klima und die Verkostung von Produkten aus nachhaltiger Landwirtschaft auf dem Programm. Besucher können hier hautnah erleben, wie der Klimawandel das Leben der Menschen in Afrika beeinflusst. Erstmals wird es 2020 in Zusammenarbeit mit dem BMZ einen Afrikabereich in der Halle 1.2b geben. Produzenten aus insgesamt 14 afrikanischen Ländern (Algerien, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Cote d‘ Ivoire, DR Kongo, Madagaskar, Mali, Mosambik, Ruanda, Senegal, Togo, Tunesien, Uganda) präsentieren original afrikanische Produkte. Dazu gehören beispielsweise Trockenfrüchte, Olivenöl, Erdnussbutter, Schokolade und Kakaoprodukte, Kola-Nüsse, Cashew- und Erdnüsse, Kaffee, Moringa und eine Vielzahl von Gewürzen, Safran und Quinoa, landestypische Gerichte aus Ruanda, Kaffernlimette, Pfefferpüree und Baobab-Fruchtfleisch, angereichertes Säuglingsgetreide, getrocknete Hibiskusblüten und Kinkelibablätter, frischer und dehydrierter Maniokgrieß, Couscous-Varianten, Lima-Bohnen und Rote Zebra Bohnen sowie die Affenbrotbaumnuss.

Regionale Spezialitäten bleiben Trumpf

Ungebrochen hoch im Kurs beim Verbraucher stehen regionale Spezialitäten. Die Herkunft der Lebensmittel spielt für den Konsumenten bei der Kaufentscheidung eine entscheidende Rolle. Nahrungs- und Genussmittel aus allen Kontinenten sowie aus Deutschlands Regionen füllen rund zwei Drittel der Ausstellungsfläche der Grünen Woche 2020.

So international ist die Grüne Woche

Dieses Jahr beteiligen sich 1.810 Aussteller aus 72 Ländern. 1.050 Aussteller stammen aus Deutschland und 750 Aussteller aus dem Ausland.

36 Staaten sind mit offiziellen Ländergemeinschaftsständen vertreten: Aserbaidschan (Halle 6.2a), Bulgarien (11.2), Cote d’Ivoire (1.2b), Dänemark (Halle 8.2), Demokratische Republik Kongo (1.2b), Estland (8.2), Finnland (8.2), Frankreich (4.2), Georgien (7.2c), Italien (4.2), Katar (6.2a), Kosovo (18), Kroatien (10.2), Lettland (8.2), Liechtenstein (4.2), Litauen (8.2), Marokko (18), Mongolei (4.2), Mosambik (1.2b), Niederlande (18), Nordmazedonien (4.2), Norwegen (8.2), Österreich (4.2), Polen (11.2), Portugal (7.2c), Rumänien (18), Russische Föderation (2.2), Schweden (8.2), Schweiz (4.2), Slowakei (6.2a), Slowenien (18), Sri Lanka (6.2a), Thailand (6.2a), Tschechische Republik (11.2), Ungarn (11.2), Usbekistan (2.2).

Darüber hinaus werden 35 Länder durch Importeure und/oder Exporteure repräsentiert: Afghanistan (Halle 6.2a), Algerien (1.2b), Armenien (7.2c), Äthiopien (1.2b), Belarus (6.2b), Belgien (6.2b), Benin (1.2b), Brasilien (6.2a), Burkina Faso (1.2b), Ghana (7.2c), Großbritannien (7.2b), Indien (6.2b), Iran (7.2b), Irland (7.2c), Japan (6.2a), Kanada (7.2c), Kenia (6.2b), Kolumbien (7.2b), Luxemburg (7.2a), Madagaskar (1.2b), Mali (1.2b), Mexiko (6.2b), Nepal (7.2c), Peru (6.2b), Ruanda (1.2b), Senegal (1.2b), Südafrika (6.2a), Südkorea (8.1), Togo (1.2b), Tunesien (1.2b), Türkei (6.2b), Uganda (1.2b), Ukraine (7.2a), USA (7.2c), Vietnam (6.2a).

Die „Dicke Dörthe“ oder das „Stöffche“, die Göttinger Stracke oder der sächsische „Klitscher“: Was Deutschlands Regionen an Nahrungs- und Genussmitteln zu bieten haben, stellen 13 Bundesländer in acht Hallen vor. Die Internationale Grüne Woche Berlin serviert das größte Angebot an regionalen Genüssen aus ganz Deutschland. Rund 500 Aussteller von der Küste bis zu den Alpen servieren mit viel Lokalkolorit ihre heimischen Spezialitäten. Regionale Geschmackserlebnisse im Ambiente der jeweiligen Landschaften, Städte und Dörfer gibt es an den Ständen von Baden-Württemberg (Halle 5.2b), Bayern (22b), Berlin (22a), Brandenburg (21a), Hessen (22a), Mecklenburg-Vorpommern (5.2b), Niedersachsen (20), Nordrhein-Westfalen (5.2a), Rheinland-Pfalz mit WEINWERK (22a), Sachsen (21b), Sachsen-Anhalt (23b), Schleswig-Holstein (5.2a) und Thüringen (20).

Lebensmittelwirtschaft: Klimaschutz auf dem Teller

Mit intelligenten Verpackungen, neuen Produkten aus Lebensmittelresten und alternativen Proteinquellen stellt die deutsche Lebensmittelwirtschaft verschiedene Lösungen einer ressourcenschonenden Lebensmittelproduktion vor. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V. (BVE) und der Lebensmittelverband Deutschland e. V. belegen dies unter dem Dach „Wie schmeckt die Zukunft?“ am neuen Standort in Halle 3.2. Der stärkste Trend 2020 ist die nachhaltige Entwicklung von Lebensmitteln. Die Reduzierung von Verpackungsmüll und Lebensmittelverlusten, die Stärkung regionaler Rohstofflieferanten mit kurzen Transportwegen, der Einsatz pflanzlicher Proteinquellen und die Reduktion von Zucker, Fett und Salz sind nur einige Beispiele, die verdeutlichen, dass die Lebensmittelbranche an vielen verschiedenen Stellschrauben dreht, um ihrer Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Umwelt gerecht zu werden.

Die Impulsgeber aus den Bereichen Industrie, Handel, Systemgastronomie und der Food-Startup-Szene präsentieren auf der Grünen Woche ihre Produkte und Ideen. Dazu zählen beispielsweise das weltweit erste Trinksystem, das Wasser nur über Duft aromatisiert, nämlich durch retronasales Riechen durch den Mund; Mikroalgen als pflanzliche Proteinquelle, Farbstoff oder Bindemittel; eine Frühstückscerealie, die 40 Prozent gerettete Bananen enthält; kleine Waffelbällchen aus Weizen- und Hanfmehl, gefüllt mit Salsa- oder Käsesoße, als alternativer Snack für Kinobesucher; Europas erstes Proteinpulver aus Insekten; ein Zero-Waste-Bier, das aus aussortiertem Brot gebraut wird und Lebensmittelverlusten entgegenwirkt; alkoholfreier Wein der Spitzenklasse; das erste alkoholische Mixgetränk ohne Zucker; ein Erfrischungsgetränk aus Bio-Zitrusschalen, die aus Saftpressen in Supermärkten oder Bars stammen.

Daneben zeigt die Lebensmittelwirtschaft exemplarisch nachhaltige Produktionsverfahren: DANONE erklärt, wie Lebensmittelverluste in der Wertschöpfungskette reduziert werden und an welchen nachhaltigen Verpackungen das Unternehmen arbeitet. Die Gütegemeinschaft Wertstoffkette PET-Getränkeverpackungen e.V. demonstriert, wie Recycling von PET gut für Klima und Umwelt sein kann. McDonald’s Deutschland erläutert umweltfreundliche Konzepte für Verpackungen und eine nachhaltige Landwirtschaft. Nestlé Deutschland thematisiert die nachhaltige Ernährung im Zeichen des Klimawandels. REWE zeigt die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit lokalen Lieferanten und Erzeugern, die ihre Produkte direkt an die lokalen REWE Märkte verkaufen.

Streetfood und fair trade, bio und vegan

Die Markthalle 1.2 lockt mit Streetfood aus der internationalen Gastronomieszene. Foodies und Feinschmecker erwartet eine reiche Auswahl an trendigen Speisen und Getränken sowie ungewöhnlichen Gaumenfreuden – von Hotdog Wraps aus den USA über Käsekuchenschnaps bis hin zu Foodtrends wie dem Superfood Gerstengras oder proteinreichen Insektensnacks. Über 300 Aussteller aus dem gesamten Ernährungsbereich der Grünen Woche 2020 bieten Bioprodukte an, mehr als 150 vegane Nahrungsmittel. Fair produzierte und fair gehandelte Produkte stehen beim Bundesentwicklungsministerium im besonderen Fokus. Im WEINWERK in Halle 22a stellen Winzer aus allen Anbaugebieten Deutschlands ihre handwerklich erzeugten Weine und Sekte dem Handel und dem Publikum vor. Das Fisch-Informationszentrum aus Hamburg informiert am neuen Standort in Halle 5.2a über die artenreiche Vielfalt aus Meeren, Flüssen und Seen. Besucher erfahren hier unter anderem, wie Fische, Krebs- und Weichtiere von Natur aus aussehen und wie sie erkennen können, ob ihr Fisch aus einer nachhaltigen Fischerei oder aus Aquakultur kommt.

Landwirtschaft live und virtuell

Wie die Landwirtschaft rund um den Klimaschutz Verantwortung übernimmt und welche Lösungsansätze sie entwickelt, können die Grüne Woche-Besucher auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2. entdecken. Zusammen mit rund 50 Partnern bietet das Forum Moderne Landwirtschaft Antworten auf die Frage, was die moderne Landwirtschaft für eine klimafreundliche Produktion von Nahrungsmitteln tut. Feld-Roboter mit E-Antrieb, Traktoren mit klimafreundlichen Kraftstoffen oder Futtermittel aus der Region: Vor Ort stehen rund 100 AgrarScouts – das sind Landwirte, die sich für den Verbraucherdialog engagieren – für Besucherfragen zur Verfügung. Mal auf einen Trecker klettern, sich virtuell anschauen, wie es in einem Schweinestall aussieht oder dabei sein, wenn Kälber gefüttert werden – der ErlebnisBauernhof Halle 3.2 ist seit vielen Jahren Publikumsmagnet der Grünen Woche. An verschiedenen Erlebnis-Stationen kann man sich über Themen wie Tierwohl, Umweltschutz und Nachhaltigkeit informieren. Diskussionsveranstaltungen, Live-Vorführungen und Kochshows auf der Showbühne runden das Erlebnis „Landwirtschaft“ in Halle 3.2 ab. Ein Highlight ist auch in diesem Jahr ein virtueller Hofbesuch: Mittels Augmented Reality und Virtual Reality, der computergestützten Erweiterung von Sinneswahrnehmungen, erwacht ein Ackerbaubetrieb vor den eigenen Augen zum Leben.

Ein Hektar „Lust aufs Land“

Mit der neuen multifunktionalen Halle 27 bietet die Grüne Woche 2020 erstmals einen kompletten Hektar „Lust aufs Land“. Die geballte Land-Power auf rund 10.000 Quadratmetern stützenfreier Fläche vereint sechs Segmente: „Ländliche Entwicklung“ – die Aussteller erläutern, was gutes Leben auf dem Land ausmacht und welche Rolle hierbei bürgerschaftliches Engagement, der Freiraum für nachhaltige Lebensentwürfe oder die Digitalisierung spielen. Bei „Multitalent Holz“ zeigt die deutsche Forstwirtschaft vieles rund um den nachhaltig bewirtschafteten Wald, insbesondere umfassende Beispiele zu den aktuell brisanten Belastungen der Bäume durch den Klimawandel. „Nachwachsende Rohstoffe“ zeigt ein modernes Leben, das sorgsam mit der Natur und seinen Ressourcen umgeht. In der Bioökonomie ersetzen pflanzliche Rohstoffe vom Feld und aus dem Wald Erdöl & Co. und tragen so maßgeblich zu Klimaschutz und Versorgungssicherheit bei.„Wald, Wild, Jagd und Natur“ – an seinem Stand in Halle 27 informiert der Dachverband der Jäger über den Lebensraum Feldflur und die Vielfalt der Jagd. Kleine und große Besucher können durch ein naturnahes Biotop pirschen, Greifvögeln und Jagdhunden begegnen und „wilde Happen“ kosten. Der Ausstellungsteil „Bioökonomie“ demonstriert, welche Lösungen die Bioökonomie für eine zukunftsfähige Gesellschaft und Wirtschaft bereithält. Wie können wir nachhaltiger leben, Ressourcen schonen und gleichzeitig unseren hohen Lebensstandard sichern? Beim Segment „Ökologischer Landbau“ präsentieren sich neben Öko-Anbauverbänden das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) unter dem Motto „ Bio – innovativ, kreativ, nachhaltig!“.

Die nunmehr größte Halle des Berliner Messegeländes, die unter dem Namen hub27 weltweit als Location für Messen und Ausstellungen, Events und Kongresse vermarktet wird, schließt durch zwei überdachte Übergänge zu den Hallen 1 und 25 den Rundgang über das Gelände. Sie schafft den Ausgleich für den Hallenzug rund um den Funkturm, der aufgrund von Modernisierungsarbeiten in diesem Jahr nicht zur Verfügung steht.

In den Tierhallen 25 und 26 präsentieren Züchter ihre landwirtschaftlichen Nutztiere und Heimtiere. Dazu zählen Schaf- und Ziegenrassen sowie Schaubilder mit Pferden – vom kleinen Minishetlandpony über die große Kaltblut-Pferderasse Percheron bis zum Wladimirer Traktorenpferd, das seinen Züchtungsursprung in Russland hat und heute in seinem Bestand bedroht ist. Besucher erfahren aus kompetenter Hand alles rund um die artgerechte Hege, Pflege und Haltung. Die Tierhalle 25 lädt vom 17. bis 19. Januar zur 4. Bundesschau „Schwarz Rot Gold – robust“ mit über 200 Fleischrindern. Mit dem Westerwälder Kuhhund und dem Pustertaler Rind stellt die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) die gefährdeten Nutztierrassen des Jahres 2020 vor. Vom 24. bis 26. Januar dreht sich bei der HIPPOLOGICA alles um den Pferdesport. Das Reitsportevent der Grünen Woche fasziniert die Pferdefreunde im großen Vorführring mit Stadionatmosphäre, vom Voltegierwettbewerb über einen rasanten Parcour für Zweispänner  bis zum Springturnier. Die „Erlebniswelt Heimtiere“ lockt mit Zwei- und Vierbeinern, mit behaarten, schuppigen und gefiederten tierischen Hausgenossen in Halle 26c.

Blumenhalle 9: „Natur in ihrer ganzen Vielfalt“

Landgard zeigt mit „Blumen - 1000 gute Gründe“ in der Blumenhalle 9 die blühenden, kreativen, nützlichen und schönen Aspekte von Blumen und Pflanzen in ganz neuer Form. Unter dem Motto „Natur in ihrer ganzen Vielfalt“ folgt die Blumenhalle dem angesagten Trend zur naturnahen Gestaltung bei allem, was wir tun. Mit Blumen, Gräsern, Sträuchern und Gehölzen entsteht als zentrales gestalterisches Element mitten in der Halle eine facettenreiche Frühlingslandschaft mit tausenden Frühblühern. Spazierwege, die durch die abwechslungsreich gestaltete Fläche leiten, entführen die Besucher aus dem Messetrubel und lassen sie florale Schönheit live erleben. Bei zahlreichen Mitmach-Aktionen können Besucher kreativ werden und natürlich schöne Werkstücke für Zuhause gestalten.

Der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V. zeigt in Halle 9, welche wesentliche Bedeutung Kleingärten für eine lebenswerte Stadt haben und welche Forderungen die Berliner an eine integrative Stadtentwicklung der Zukunft stellen. Berlins Kleingärtner sehen sich dabei als ehrenamtliche Hersteller von kühler Frischluft und Klimatrassen, als Kenner und Pfleger der Artenvielfalt, als „Bauherren“ von grünen Lernorten und Organisatoren von Orten der Begegnung. Unter dem Leitthema „Klima2go“ beschäftigt sich der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) mit den wichtigen Zukunftsfragen des Gartenbaus. Dabei reicht die Themenbreite von Torfeinsatz über Pflanzengesundheit bis hin zum Thema Stadtgrün. Der Gartenbau ist auf vielen Ebenen von den Klimaveränderungen betroffen, kann mit seinen Produkten aber auch helfen, die Auswirkungen abzumildern. Dadurch wird CO2 gebunden, das Mikroklima verbessert und nicht zuletzt mit einem reichgedeckten Tisch die biologische Vielfalt gefördert.

Rund um die Blumenhalle 9 lädt der Gartenbaubereich der Grünen Woche in den Hallen 8.1, 10.1, 11.1 und 12 zum Shoppen ein. Die riesige Auswahl reicht von Sämereien, Knollen und Blumenzwiebeln über Zubehör für Balkon, Terrasse und Garten bis zum Gewächshaus, Wintergarten und kompletten Gartenhaus. Darüber hinaus gibt es viele Angebote für Haus und Haushalt. In Halle 12 präsentiert sich unter der Dachmarke „LebensArt“ ein Ausstellungsbereich mit saisonalen Produkten aus der Welt des Gartens und der Pflanzen.

Professional Center: exklusive Angebote für den Handel

Vom 20. bis zum 24. Januar steht den Grüne Woche-Ausstellern, den Fachbesuchern aus Lebensmittelhandel und Ernährungswirtschaft sowie den Medienvertretern das Professional Center im Marshall-Haus mit exklusiven Angeboten zur Verfügung. Dort können Fachbesucher abseits des Messetrubels ein komprimiertes Angebot ausgewählter Spezialitäten der Grüne Woche-Aussteller testen und junge Startups aus der Lebensmittelbranche kennenlernen. Somit bietet die Grüne Woche eine Plattform für Einkäufer, Händler, Caterer und F&B-Manager, die nach neuen Produkten suchen, regionale wie internationale Spezialitäten kennenlernen und vielfältige Geschäftskontakte knüpfen möchten. Zu den besonderen Angeboten für Fachbesucher zählt der IFS Focus Day am 20. Januar. Die Zertifizierung durch die IFS (International Featured Standards) wird für Lebensmittelhersteller immer wichtiger. Vor Ort sind Experten, die Fragen zum Zertifizierungsverfahren beantworten und Hilfestellungen geben.

Mit den IGW-Startup-Days am 22. und 23. Januar nimmt die Grüne Woche zum dritten Mal die Food-Startup-Szene in den Fokus. Nach einer Vorauswahl wurden die 20 innovativsten Einreichungen für die Finalrunde in Berlin ausgewählt. Dazu zählen beispielsweise Umami-Sauce auf Lupinenbasis, alkoholfreie Alternativen für alkoholhaltige Getränke, Getränkepulver auf Basis von Vitalpilzen, essbares Besteck, biokonformes Vitamin B12, ein Online-Marktplatz für Rohstoffe, asiatische Kochboxen, Chips aus Kochbanane und Maniok, eine Plattform zur Effizienzsteigerung landwirtschaftlicher Betriebe, Warentransport per Segelboot sowie ein Bowl-Sharing-Konzept. Dabei können sich die jungen Unternehmen vor allem mit traditionellen Stakeholdern aus dem Lebensmittelhandel und mit Multiplikatoren vernetzen. Mit den Startup-Days positioniert die Messe Berlin aktuelle Food-Themen und bildet den Wandel des Konsumentenverhaltens ab. Zwar gestalten die Big Player zum Großteil das Angebot, dennoch setzt der Lebensmitteleinzelhandel verstärkt auf innovative, kleinere Anbieter. Microbrands bedienen das gestiegene Bedürfnis der Konsumenten nach Unterschieden in Geschmack, Herkunft des Produktes, Herstellung und/oder Vereinbarkeit mit gesundheitlichen, lebensanschaulichen oder religiösen Ernährungsgewohnheiten.

Die Fachzeitschrift Lebensmittel Praxis und die Grüne Woche vergeben 2020 bereits zum fünften Mal den Branchenpreis „Regional-Star“. Ausgezeichnet werden die besten Regional-Konzepte aus Handel, Industrie und Landwirtschaft. Der Preis wird in den Kategorien Kooperation, Innovation, Präsentation und Organisation vergeben. Die Preisverleihung findet am 21. Januar im Palais am Funkturm statt.

Zum Schülerprogramm „young generation“ erwartet die Messe Berlin wieder rund 20.000 Schüler aus Berlin, Brandenburg und den angrenzenden Bundesländern. Aussteller bieten praxisnahen Unterricht mit über 700 kostenfreien Workshops zu den Themen Gesundheit & Ernährung, Landwirtschaft & Natur sowie Ausbildung & Berufsfindung. Im besonderen Fokus steht das Thema Klimaschutz. So lernen die Schüler beim Bundeslandwirtschafts-ministerium die Zusammenhänge zwischen ihrem eigenen Essensverhalten und den Auswirkungen auf das Klima. Das Bundesumweltministerium empfängt die Schulklassen zur Escape Climate Change. Hier entschlüsseln die Jugendlichen gemeinschaftlich einen finalen Geheimcode. Auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 zeigen Agrar-Scouts Schulklassen, was die moderne Landwirtschaft für das Klima tun kann. Und der Deutsche Imkerbund erklärt beispielsweise, wie Klimaschutz mit und für die Bienen funktioniert.

Alle wichtigen Besucher-Informationen

Geöffnet ist die IGW 2020 vom 17. bis 26. Januar für Fach- und Privatbesucher täglich von 10 bis 18 Uhr, am „Langen Freitag“ (24.1.) von 10 bis 20 Uhr.

Die Tageskarte kostet 15 Euro, Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Ermäßigte Karten für Schüler und Studenten kosten zehn Euro. Von Montag bis Freitag gibt es die Happy Hour-Karte täglich ab 14 Uhr für zehn Euro und die Familienkarte (max. 2 Erwachsene und max. 3 Kinder bis 14 Jahre) für 31 Euro. Das Sonntagsticket (19. oder 26.1.) kostet zwölf Euro. Die Sonntage eignen sich besonders für Familien. Gruppen ab zwanzig Personen zahlen für die Tageskarte pro Person zwölf Euro, Schülergruppen mit Schulbescheinigung vier Euro pro Schüler. Die Grüne Woche-Dauerkarte ist für 42 Euro erhältlich. Alle Infos zur Onlinebuchung von Eintrittskarten stehen unter www.gruenewoche.de/Tickets

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: S-Bahn S3 und S9 bis zum Bahnhof Messe Süd; S-Bahn S3, S5, S7, S9 bis zum Bahnhof Westkreuz; S-Bahn S41, S42, S46 bis zum Bahnhof Messe Nord; U-Bahn U2 bis zu den Bahnhöfen Kaiserdamm oder Theodor-Heuss-Platz; Buslinien 104, 139, 349, M49 zum Messedamm/ZOB und mit den Buslinien X34, X49 bis zum Theodor-Heuss-Platz oder Messe Nord / ICC.

Anfahrt per Auto: Von der A10 (Berliner Ring) auf die A100, A111 oder A115 bis Autobahndreieck Funkturm, Abfahrt Messedamm. Nutzen Sie die Parkplätze am Olympiastadion. Von dort fährt ein kostenloser Shuttle-Service direkt zum Nord- und Südeingang des Messegeländes. Behindertenparkplätze stehen auf dem P1 und P2 vor dem Eingang Nord und auf dem Parkplatz P14 vor dem CityCube Berlin zur Verfügung. Das Messegelände und das Parkhaus des ICC Berlin befinden sich außerhalb der Umweltzone. Anreisende mit dem Pkw, die über die Autobahn kommen und von den Anschlussstellen Messegelände/ Messedamm direkt zur Messe fahren, befinden sich außerhalb der Zone und benötigen keine Plakette.

Alle wichtigen Informationen über die Aussteller und die Produkte der Grünen Woche finden Sie online im Virtual Market Place.

https://www.virtualmarket.gruenewoche.de

Über die Internationale Grüne Woche Berlin

Die Internationale Grüne Woche Berlin ist die besucherstärkste und traditionsreichste Berliner Messe und zählt zu den bekanntesten Veranstaltungen in Deutschland überhaupt. Im Jahr 2020 blickt sie auf eine 94-jährige Geschichte zurück und öffnet nun schon zum 85. Mal ihre Pforten. Keine andere internationale Ausstellung mit direkter Einbindung von jährlich hunderttausenden Konsumenten fand häufiger in Deutschland statt als die Grüne Woche. Aus einer schlichten lokalen Warenbörse hat sich die weltgrößte Verbraucherschau für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau entwickelt. Seit 1926 präsentierten sich über 90.000 Aussteller aus 130 Ländern den 33,7 Millionen Fach- und Privatbesuchern mit einem umfassenden Produktangebot aus allen Kontinenten.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.gruenewoche.de

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